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17.01.2008 01:32
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Kurzinhalt
Sie ist
das blonde Gift der Hinterhöfe, die Femme Fatale der Weddinger Seitenstraße. Coolness hängt schwer
auf ihren Augenlidern. Man könnte es für Langeweile halten - wenn da nicht der harte Umgangston wäre
und ihre Bereitschaft, Widersacher eiskalt aus dem Weg zu räumen. Ähnlich rabiat verschafft sich Kroko
auch ihre Unterhaltung. Bei einem ihrer Joy Rides gibt es einen Unfall. Ein Gericht verdonnert sie zum Sozialdienst
in einer Behinderten- WG, was sie als Zumutung empfindet. Doch die "Normalos", mit denen sie lebt, sind
auch nicht so toll, und es scheint so, als würde Kroko bei den "Spastis" etwas finden, was sie in
ihrem Alltag entbehrt. |
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Inhalt
Berlin, Wedding,
es ist Winter. Julia ist blond, sieht gut aus und ist ziemlich hart drauf. Deshalb soll man sie auch Kroko (Franziska
Jünger) nennen. Sie glaubt, so schlagkräftig und aggressiv zu sein wie das gefährliche, kaltblütige
Tier.
Zu Hause nervt sie mit Anfällen von attitude ihre allein erziehende Mutter (Anja Beatrice Kaul). Draußen
ist sie aber der Star des Wohnblocks. Ihren Teil des Kiez hat sie vollkommen im Griff - und mit Eddie (Hinnerk
Schönemann) auch einen perfekten Partner für dieses Leben.
Alle anderen in der Gruppe sind für Kroko nur Statisterie. Von der toughen Marlene (Marlene Warnstedt) wird
sie vorbehaltlos verehrt. Der dicke Rolle (Danilo Bauer) steht in der Hierarchie ganz weit unten. Es vergeht kein
Tag, an dem er nicht Bemerkungen über seinen Körper zu hören bekommt. Auch die restlichen Koordinaten
sind relativ klar abgesteckt. Lohnarbeit kommt nicht in Frage und auf "diese Ausbildungskacke" steht
sie noch weniger. Dafür kennt Kroko sich mit Handys aus und vertreibt sich die Zeit mit kleinen Delikten,
Rumhängen, Aufstylen und Partys.
In der Disco
war es an diesem Abend nicht so toll. Die Girls setzen ihre Reize ein und überreden einen jungen Mann, sie
im Wedding abzusetzen. An der Tankstelle übernimmt die siebzehnjährige Kroko das Steuer und lässt
sich auf eine nächtliche Verfolgungsjagd ein. Plötzlich fährt sie einen Radfahrer an und verletzt
ihn schwer. Vor Gericht gibt sich Kroko völlig unbeeindruckt. Sie hält es nicht einmal für nötig,
sich beim Unfallopfer zu entschuldigen. Deshalb wird die Minderjährige zu sechzig Stunden gemeinnütziger
Arbeit verurteilt: In einer WG für Behinderte.
Eine uncoolere Strafe hätte sich die Richterin nun wirklich nicht ausdenken können. Krokos erster Auftritt
in der Betreuungseinrichtung ist von allseitiger Distanziertheit bestimmt. Micha (Harald Schrott), der Leiter der
Gruppe, ist für Kroko einfach nur ein Hippie. Sie glaubt, hier im völlig falschen Film zu sein. Auch
die WG-Bewohner haben nicht gerade auf eine wie Kroko gewartet. Aber Sabrina (Heidi Bruck), die schon in ihrer
Kindheit weggegeben wurde, sagt ihr gleich, wo es langgeht: "Es gibt was zu tun." Nichts ist Kroko wichtiger
als ihre Unangreifbarkeit. Nun aber machen sich ihre Leute nicht nur über "Behindis" und "Spastis"
lustig, sie selbst muss das Gespött ertragen, mit dem sie sonst die anderen so gerne überzieht. Dann
geht es weiter wie gewohnt und man zieht mit langen "Einklauf"-Listen los. Da Rolle Geburtstag hat, muss
Alkohol her. Außerdem werden Epiliergeräte, Bügeleisen und ein Parfüm von Jil Sander gebraucht.
Unter Pims (Doro Kaminski) Wollponcho passt eine Menge, das sich gut zu Geld machen lässt.
In der Behinderten-WG
kommt es zu einer Annäherung in kleinen Schritten. Krokos Verhältnis zu Monika, Sabrina und Pierre hat
sich entspannt. Sie erkennt, dass sie es hier mit Menschen zu tun hat, deren Probleme sich von ihren eigenen gar
nicht so sehr unterscheiden.
Im Gegenteil: Kroko, die niemals gelernt hat, andere um etwas zu bitten, sieht, wie "Behinderte" ihre
Bedürfnisse wesentlich freier äußern. Zu Thomas (Alexander Lange) entwickelt Kroko eine besondere
Sympathie. Von seinem Rollstuhl aus beherrscht er seine Umgebung fast ebenso kapriziös und ruppig wie sie
selbst.
Rolle deutet Kroko gegenüber an, dass Eddie fremdgegangen ist. Auf Rolles Geburtstagsparty stellt sie klar,
dass sie Nebenfrauen nicht duldet. Aber Kroko übertreibt es mit ihrer Arroganz und zwingt Eddie zunehmend
in die Distanz. Micha plant einen mehrtätigen Ausflug mit der Behinderten-WG. Er bietet Kroko an, sie zu begleiten,
so könne sie ihr Strafkonto schneller ableisten. Aber so nah will sie diese Szene auch nicht an sich heranlassen.
Nach einer erneuten Auseinandersetzung mit Eddie ändert sie ihre Meinung: Ein Auflug aufs Land kann nicht
viel öder als ihr normales Leben sein. Schließlich ist auch Kroko bisher nicht allzu oft aus der Betonwüste
herausgekommen.
Schon in ersten der Nacht geht mit Kroko wieder der Teufel durch. Sie besorgt Sekt und flößt auch Thomas
davon ein, obwohl er als Epileptiker keinen Alkohol trinken darf. Kroko, die es nur gut meint, packt Thomas in
den Rollstuhl und nimmt ihn auf eine Tour durch die Kleinstadt mit: Thomas erleidet dabei einen schweren Anfall.
Kroko, von der Situation völlig überfordert, fühlt sich schuldig und trampt noch in derselben Nacht
zurück nach Berlin. Aber dort ist nichts mehr so wie es war. Alles scheint sich um Kroko herum aufzulösen.
Eddie tanzt nicht mehr nach ihrer Pfeiffe und ist jetzt anscheinend wirklich mit Pim zusammen. Auch die Mutter
wirkt souveräner, seit sie einen neuen Freund hat. Schließlich wird Kroko auch noch aus ihrer Sozialstelle
geworfen. Das alles lässt sie ziemlich ratlos zurück. Thomas verspricht sie aber einen Ausstand: Sie
lädt die ganze WG auf den Rummel ein. Thomas revanchiert sich und möchte, dass sie zur Premiere seines
Theaterstücks kommt. Wieder auf sich selbst gestellt fällt Kroko in alte Muster zurück. Mit ihrer
kleinen Schwester (Kimberley Krump) geht sie auf Klautour und stopft im Warenhaus den Puppenwagen mit Spielzeug
voll. Die Mutter ist entsetzt, dass Kroko jetzt auch noch die kleinere Schwester in ihre Delikte hineinzieht und
wirft ihre Tochter aus dem Haus.
Kroko irrt durch die nächtliche Hochhaussiedlung, geht dabei aber Marlene und den anderen aus dem Weg. Sie
trifft dafür Rolle, der sich inzwischen auch von der Gruppe abgesetzt hat und eine Ausbildung macht. Verzweifelt
wendet sich Kroko an Micha, der auf einem Hausboot lebt. Der Sozialarbeiter erkennt, dass das Mädchen in der
Sackgasse steckt. Er lehnt es aber ab, ihr eine Hilfe anzubieten, um die sie ihn nicht bittet. Ihren Berufswunsch
verrät sie ihm aber doch: "Versprichst du, nicht zu lachen? Ich will Polizistin werden." Der linksalternative
Pädagoge nimmt es gelassen.
Am nächsten Morgen kehrt Kroko etwas kleinlaut zur Mutter zurück. Auf dem Rücksitz von Rolles Scooter
fährt sie einer ungewissen Zukunft entgegen... |
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